Ein Stück Frühling auf dem Teller
Es gibt kaum etwas Schöneres, als wenn der Duft von frisch gebackenem Brot durch die Küche zieht und dieses Bärlauchbrot bringt den Frühling gleich mit dazu. Die Kombination aus aromatischem Bärlauch und nussigem Khorasan Vollkornmehl macht dieses Brot zu etwas ganz Besonderem: außen knusprig, innen saftig und voller Geschmack.
Gerade in der Bärlauchsaison ist dieses Rezept ein echtes Highlight. Die feinen, würzigen Noten des frischen Bärlauchs verbinden sich perfekt mit dem milden, leicht nussigen Aroma des Khorasan-Vollkorns und sorgen für ein Brot, das nicht nur hervorragend schmeckt, sondern auch richtig gut sättigt.
Und das Beste daran: Das Rezept lässt sich wunderbar abwandeln. Wenn gerade kein Bärlauch Saison hat, kannst du ihn ganz einfach durch Basilikum, Petersilie, Schnittlauch oder Spinat ersetzen. So entsteht immer wieder eine neue, aromatische Variante, passend zur Jahreszeit.
Trotz Vollkorn gelingt das Brot dabei angenehm locker und saftig, ein Beweis dafür, wie vielseitig und genussvoll ursprüngliche Zutaten sein können. Ob pur mit etwas Butter, als Beilage oder als Grundlage für kreative Brotzeit-Ideen, dieses Brot ist ein echtes Lieblingsrezept für jede Saison.
Was du über Bärlauch wissen solltest
Bärlauch gehört zu den ersten wilden Schätzen des Jahres und bringt mit seinem frischen, leicht knoblauchartigen Aroma sofort Frühlingsgefühle in die Küche. Die grünen Blätter sind zart, würzig und vielseitig einsetzbar und das Beste: die ganze Pflanze ist essbar.
Im Laufe der Saison verändert sich der Geschmack des Bärlauchs:
Zu Beginn sind vor allem die Blätter besonders aromatisch und intensiv. Mit der Zeit wandert das Aroma weiter in die Blüten, die nicht nur essbar, sondern auch eine wunderschöne Ergänzung für Salate oder als Garnitur sind. Später konzentriert sich der Geschmack zunehmend in der Zwiebel (Wurzel), die ebenfalls verwendet werden kann, geschmacklich aber deutlich kräftiger ist.
Das Rezept: Bärlauchbrot aus Khorasan-Vollkorn (extrafein)
ZUTATEN
für 2 kleine Brote
- 500 g Khorasanweizen Vollkornmehl „extrafein“
- 5 g Flohsamenschalen
- 10 g frische Hefe
- 1 TL Honig
- 12 g Salz
- 380 ml Wasser
- 1 EL Öl
- 75 g frische Bärlauchblätter und Blüten
- 50 ml Wasser (für das Püree)
- 30 g Bärlauchblätter, in kleine Stücke geschnitten (optional)
ZUBEREITUNG
- Teig anrühren
Mehl und Flohsamenschalen in einer großen Schüssel gründlich vermischen.
Hefe, Honig, Wasser und Salz zugeben und alles zu einem gleichmäßigen Teig verrühren.
Den Teig anschließend 30 Minuten ruhen lassen, damit er quellen kann. - Bärlauch vorbereiten
In der Zwischenzeit die Bärlauchblätter und Blüten mit 50 ml Wasser fein pürieren. - Teig kneten
Das Bärlauchpüree und das Öl zum Teig geben.
Den Teig nun ca. 10 Minuten langsam kneten, bis er geschmeidig und gut verbunden ist. - Teig gehen lassen
Den Teig in eine leicht geölte Schüssel oder Wanne legen und 90 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.
Während dieser Zeit den Teig alle 30 Minuten mit nassen Händen dehnen und falten – das sorgt für eine schöne Struktur. -
Formen & optional verfeinern
Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und in zwei gleich große Stücke teilen.Optional:
Die Teigstücke jeweils leicht flach drücken, die geschnittenen Bärlauchblätter darauf verteilen, sanft eindrücken und den Teig wieder aufrollen oder zusammenfalten.Anschließend die Teigstücke kurz entspannen lassen und zu runden Laiben formen.
- Stückgare
Die Teigkugeln in gut bemehlte Gärkörbchen legen, leicht mit Mehl bestäuben und 30–45 Minuten gehen lassen. - Backofen vorheizen
Ein Backblech im Ofen auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. - Backen
Die Teiglinge vorsichtig auf das heiße Blech stürzen und mit einem scharfen Messer einschneiden.- 10 Minuten mit Dampf anbacken
- Danach die Ofentür kurz öffnen, die Temperatur auf 200 °C reduzieren
- Weitere 30–40 Minuten fertig backen, bis die Brote schön goldbraun sind
(Wenn du auf die Unterseite klopfst und es hohl klingt, ist dein Brot fertig)
Bärlauch sammeln – darauf solltest du achten
Beim Pflücken von Bärlauch ist etwas Aufmerksamkeit gefragt, denn es gibt Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist der typische Knoblauchduft, der beim Zerreiben der Blätter entsteht.
Weitere Hinweise:
- Bärlauch wächst meist in schattigen, feuchten Wäldern
- die Blätter sind weich, länglich und haben eine matte Unterseite
- pflücke am besten nur einzelne Blätter pro Pflanze, damit sie weiter wachsen kann
Wichtig ist auch, nur so viel zu ernten, wie du wirklich brauchst, im Sinne der Natur und für nachhaltigen Genuss.
Verarbeitung – so bleibt das Aroma erhalten
Bärlauch ist am aromatischsten, wenn er frisch verarbeitet wird. Nach dem Pflücken sollte er möglichst schnell verwendet werden, da er rasch an Geschmack verliert.
Tipps für die Verarbeitung:
- Blätter vorsichtig waschen und gut trocknen
- möglichst nicht zu stark erhitzen, da das Aroma sonst verloren geht
- fein hacken oder pürieren, um den Geschmack optimal freizusetzen
Besonders beliebt ist Bärlauch roh oder nur leicht erwärmt, denn so bleibt sein frischer, würziger Charakter erhalten.
Wofür kannst du Bärlauch verwenden?
Bärlauch ist ein echtes Multitalent in der Küche und lässt sich vielseitig einsetzen:
- Klassisch: als Pesto, in Butter oder als Dip
- Herzhaft: in Knödeln, Brot, Aufstrichen oder Pasta
- Frisch: in Salaten oder als Topping
- Kreativ: in Suppen, Risotto oder sogar in herzhaften Gebäcken
Auch die Blüten eignen sich wunderbar als essbare Dekoration oder für feine, frühlingshafte Gerichte.
Bärlauch steht wie kaum eine andere Zutat für die Leichtigkeit und Frische der Frühlingsküche. Er bringt nicht nur Geschmack, sondern auch Abwechslung und Natürlichkeit in deine Gerichte, ganz unkompliziert und voller Aroma. Ein echtes Geschenk der Natur, das zeigt, wie besonders einfache, saisonale Zutaten sein können.
Über die Autorin
Stefanie Dehn
Hallo, ich bin Stefanie Dehn aus der Nähe von Heilbronn. Schon immer habe ich mich für gute, regionale Lebensmittel und eine ausgewogene Ernährung interessiert.
Als ausgebildete Ernährungsberaterin liegt mir dabei besonders das Urgetreide am Herzen. Schon lange habe ich meine Küche komplett auf Urgetreide umgestellt und bin von den wertvollen Inhaltsstoffen, der guten Verträglichkeit und dem tollen Geschmack begeistert.
Mein Wissen über Urgetreide – wie es im Körper wirkt, welche Vorteile es dir bringt, wie du es anwendest und was du alles daraus machen kannst – all das möchte ich gerne mit euch teilen.














