Mit Nuss-Schnecken – oder Schneckennudeln – wie wir sie als Kinder genannte haben, verbinde ich schöne Erinnerungen an meine Kindheit. Meine Mutter hat diese Schneckennudeln oft in großen Mengen gebacken und auf Vorrat eingefroren. Meist gab es diese dann als Pausen-Snack wenn wir im Weinberg oder auf dem Feld mitgeholfen haben. Für die Pause wurde immer ein großer Korb mit kalten Sprudel und Saft gepackt. Für jeden Helfer wurden dann eine oder zwei Schneckennudeln aus der Gefriertruhe geholt und noch kalt in eine Tüte gepackt. Bis zur Pause waren sie aufgetaut und haben dabei den Saft und Sprudel kühl gehalten. Als wir dann bei geöffneter Schiebetüre auf dem Boden unseres orangefarbenen VW Bulli saßen und stolz auf getane Arbeit in den steilen Weinberg blickten, waren die Schneckennudeln und das Saftschorle ein ganz köstlicher Genuss.
Dass mit relativ Wenig solche nachhaltigen Glücksgefühle entstehen können, können sich viele Kinder und Jugendliche heute gar nicht mehr vorstellen. Ja, die Zeiten ändern sich – das Leben ist (vermeintlich) leichter geworden. Trotzdem tun mir die Kinder und Jugendlichen von heute fast ein wenig leid, dass sie dieses Gefühl und diese Wertschätzung für so eine einfache Kuchenpause nicht mehr erleben dürfen…

Das Rezept meiner Mutter habe ich natürlich Urkorn-tauglich abgeändert:

Zutaten

Hauptteig

  • Vorteig
    • 70 g Einkorn Vollkornmehl “extrafein”
    • 70 ml Milch
    • 4 g Hefe
  • Kochstück
    • 30 g Einkorn Vollkornmehl “extrafein”
    • 150 ml Milch
    • 50 g Zucker
  • 250 g Gelbmehlweizen Vollkornmehl oder Dinkel Vollkornmehl oder Dinkel Typ 630
  • 1 Ei
  • 50 g Butter

Füllung

  • 120 g Walnüsse fein gemahlen
  • 150 ml Sahne
  • 50 g Zucker
  • (wer mag noch eine Handvoll Rosinen)

Zuckerguss

  • 1/2 Zitrone (Saft davon)
  • Puderzucker

Zubereitung

Vorteig

  • Hefe in der Milch auflösen und mit dem Einkornmehl verrühren
  • 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen

Kochstück

  • Mehl, Milch und Zucker in einem kleinen Kochtopf glatt rühren
  • unter ständigem Rühren aufkochen lassen bis ein dicker Brei entsteht
  • 2 Stunden abkühlen lassen

Hauptteig

  • Vorteig, Kochstück und alle weiteren Zutaten ca. 5 Minuten auf mittlerer Stufe verkneten
    (Der Teig lässt sich aber auch gut von Hand kneten – das kräftigt ganz nebenbei die Armmuskulatur)
  • Den Teig bei Raumtemperatur (ca. 2 Stunden) zur doppelten Größe gehen lassen

Nussfüllung

  • Walnüsse oder Haselnüsse fein vermahlen
  • Sahne und Zucker zufügen und zu einer gleichmäßigen Masse verrühren

Fertigstellung

  • Teile den Hefeteig in 2 gleich große Stücke und rolle sie zu einer länglichen Platte aus ca. 20 x 40 cm
  • bestreiche die Teigplatte gleichmäßig  mit der Nussmasse
  • mit einem Teigrädchen schneidest du jetzt der Länge nach ca. 2 cm breite Streifen
  • diese Streifen rollst du zu einer Schnecke auf und legst sie auf eine Backblechdu kannst auch die komplette Teigplatte von der schmalen Seite her aufrollen und mit einem scharfen Messer 2 cm breite Stück abschneiden
    ich fand aber, dass die Schnecken schöner aussehen, wenn sie einzeln geschnitten und aufgerollt werden
  • bei 190ºC 12 bis 15 Minuten goldbraun backen

Glasur

  • Saft einer halben Zitrone auspressen und so viel Puderzucker dazu rühren, bis ein dicker Zuckerguss entsteht
  • die heißen Nuss-Schnecken mit dem Zuckerguss beträufeln oder mit einem Pinsel bestreichen

   

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Über die Autorin

Stefanie Dehn

Hallo, ich bin Stefanie Dehn aus der Nähe von Heilbronn. Schon immer habe ich mich für gute, regionale Lebensmittel und eine ausgewogene Ernährung interessiert.

Als ausgebildete Ernährungsberaterin liegt mir dabei besonders das Urgetreide am Herzen. Schon lange habe ich meine Küche komplett auf Urgetreide umgestellt und bin von den wertvollen Inhaltsstoffen, der guten Verträglichkeit und dem tollen Geschmack begeistert.

Mein Wissen über Urgetreide – wie es im Körper wirkt, welche Vorteile es dir bringt, wie du es anwendest und was du alles daraus machen kannst – all das möchte ich gerne mit euch teilen.