“Die sind ganz einfach und schnell gemacht”
Vor zwei Wochen war ich mal wieder beim “Frauenabend” unserer Kirchengemeinde. Ich bin immer wieder sehr angenehm überrascht, wie liebevoll und einladend der Raum und die Tische dort dekoriert sind. Das Orga-Team gibt sich wirklich alle Mühe, dass der Abend für die Gäste schön wird und schafft eine tolle Wohlfühlatmosphäre. Die Tische waren mit allerlei Leckereien gedeckt und ansprechend arrangiert. Besonders angetan war ich von den kleinen Mini-Hörnchen, die ich auf den Tischen entdeckt habe. Ich war erstaunt darüber, welche Mühe sich jemand gemacht hat – für so viele Gäste diese kleinen süßen Hörnchen zu backen. Wunderschön und gleichmäßig gerollt sind sie mir sofort ins Auge gestochen. Klein und fein verschwinden sie mit einem Haps im Mund und hinterlassen einen genüsslichen Wow-Effekt! Nach dem Vortrag habe ich mich sofort auf die Suche nach der Hörnchen-Bäckerin gemacht und bin schnell fündig geworden. Auf meine lobende Frage nach der Herstellung der Hörnchen sagte sie: “ach, die sind ganz einfach und schnell gemacht” und fügte lächelnd hinzu “die kannst du bestimmt auch gut mit Einkorn machen”. Perfekter Ausklang des schönen Abends! Vom Vortrag verzaubert ging ich mit einem leckeren Rezept im Kopf nach Hause…
Das Rezept: Mini Nusshörnchen
ZUTATEN
TEIG
- 150 g Einkorn Vollkornmehl “extra fein”
- 150 g Khorasan Vollkornmehl “extra fein”
- 200 g Butter
- 200 g Frischkäse
FÜLLUNG
- 100 g Zucker
- 100 g Nüsse (Walnüsse oder Haselnüsse)
oder
- 100 g Zucker
- 2 EL Zimt
ZUBEREITUNG
- Aus Mehl, Butter Frischkäse stellst du einen glatten Teig her
Ich habe das mit dem Thermomix gemacht. 1 Minute auf Knetstufe - Teig in eine Frischhaltfolie wickeln und für 1 Stunden in den Kühlschrank legen
- 100 g Nüsse und 100g Zucker (oder Zucker und Zimt) in den Thermomix geben und 2 Sekunden Stufe 10 fein hacken
- Teig in 5 gleiche Stücke teilen
- 1 Teigstück auf einer leicht bemehlten Fläche dünn auf die Größe eines Kuchens ausrollen
- Mit einem Kuchenteiler die Kuchenstücke einteilen
(ich habe einen Kuchenteiler mit 18 Stücke genommen – je kleiner die Stücke, desto kleiner und feiner werden die Hörnchen) - Den überstehenden Teig rädelst du mit einem Teigrad ab, so alle Stücke gleich groß sind
- Wenn dein Kuchenteiler wie bei mir nicht ganz in die Mitte reicht, rädelst du mit dem Teigrad noch bis zur Mitte durch
- Jetzt gibst du von dem Nuss-Zucker-Gemisch einen Teil gleichmäßig über den Teig
- Die Kuchenstücke rollst du von der breiten Seite her zur Mitte auf, so dass Hörnchen entstehen
- Die Hörnchen wälzt du jetzt nochmals in dem Nuss-Zucker-Gemisch und setzt sie nebeneinander auf ein Backblech
- Auf 180ºC für ca. 15 Minuten goldgelb backen
- Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen – fertig :-)
Es war kein Scherz von der lieben Hörnchen-Bäckerin. Das Rezept ist wirklich super einfach! Das Weißmehl habe ich nur durch das Urgetreide Einkorn und Khorasan ausgetauscht. In den letzten 2 Wochen habe ich das Rezept bereits 3 mal gemacht und einen Großteil davon an liebe Menschen verschenkt. Schön verpackt in einer kleinen Schachtel haben sich die Beschenkten sehr darüber gefreut!
Vollkorn beim Backen – mehr als nur ein Mehl
Vollkornmehl bringt das ganze Getreidekorn ins Rezept. Neben dem Mehlkörper werden auch die Randschichten und der Keimling verarbeitet. Dadurch enthält Vollkornmehl von Natur aus mehr Ballaststoffe sowie verschiedene Mineralstoffe und Vitamine als Weißmehle (hier wird nur der Mehlkörper vermahlen).
Beim Backen sorgt Vollkorn außerdem für einen ganz eigenen Charakter: Es bringt mehr Aroma und eine angenehm herzhafte, leicht nussige Note mit. Besonders fein vermahlenes Vollkornmehl lässt sich dabei vielseitig einsetzen, auch in süßen Rezepten wie diesen kleinen Nusshörnchen.
Und das Schöne: Vollkorn bedeutet nicht automatisch kompliziertes Backen. Dieses Rezept zeigt wunderbar, dass sich auch ein klassisches Gebäck ganz unkompliziert mit Vollkorn und Urgetreide zubereiten lässt.
Einkorn: eines der ältesten Getreide unserer Geschichte
Einkorn gehört zu den ältesten kultivierten Getreidearten überhaupt. Schon vor Jahrtausenden wurde es von Menschen angebaut und als wertvolles Grundnahrungsmittel genutzt.
Heute entdecken wir Einkorn wieder und zwar nicht nur für rustikales Brot. Sein feines, leicht nussiges Aroma passt genauso gut zu Kuchen, Keksen und Gebäck.
Gerade in diesen kleinen Nusshörnchen kommt der Charakter des Einkorns wunderbar zur Geltung. Gemeinsam mit Khorasan entsteht ein aromatischer Teig, der zeigt, wie gut sich ursprüngliche Getreidesorten auch für moderne Backideen eignen.
Khorasan: Urgetreide mit besonderem Charakter
Auch Khorasan gehört zu den alten Getreidesorten und ist heute vor allem für sein aromatisches Korn bekannt. Das Vollkornmehl bringt eine angenehm nussige Note mit und eignet sich sowohl für herzhafte als auch für süße Backwaren.
In diesem Rezept wird Khorasan mit Einkorn kombiniert. Eine spannende Verbindung, denn beide Getreidesorten bringen ihren eigenen Geschmack mit und machen aus einem einfachen Hörnchenteig ein besonders leckeres Gebäck.
Urgetreide kann auch süß
Wenn wir an Urgetreide denken, kommen uns vielleicht zuerst Brot, Brötchen oder herzhafte Gebäcke in den Sinn. Dabei kann Urgetreide noch viel mehr. Von Kuchen und Biskuit über Hefeteig bis hin zu Keksen und kleinen Naschereien: Urgetreide lässt sich vielseitig in süßen Rezepten einsetzen.
Diese Mini-Nusshörnchen sind dafür ein schönes Beispiel. Sie sind klein, fein und schnell gemacht und zeigen ganz nebenbei, dass Vollkorn und süßes Gebäck wunderbar zusammenpassen.
Kleine Hörnchen, große Freude
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die besonders gut ankommen. Die Mini-Nusshörnchen sind nicht nur schnell gebacken, sondern eignen sich auch wunderbar zum Verschenken.
Ob als kleines Mitbringsel zum Kaffee, als süße Überraschung für Freunde oder hübsch verpackt als selbstgemachtes Geschenk: Ein paar selbst gebackene Hörnchen zaubern schnell ein Lächeln ins Gesicht.
Und vielleicht geht es dabei genau wie bei der Geschichte hinter diesem Rezept: Man probiert eines, fragt nach dem Rezept und stellt anschließend fest, dass sie tatsächlich „ganz einfach und schnell gemacht“ sind. 😊
Das Grundrezept lässt sich ganz einfach verändern. Statt der Nuss-Zucker-Mischung kann auch eine Kombination aus Zucker und Zimt verwendet werden. Wer mag, kann außerdem mit verschiedenen Nusssorten experimentieren.
Walnüsse, Haselnüsse oder Zimt – welche Variante ist Euer Favorit?
So wird aus einem einfachen Rezept immer wieder eine etwas andere kleine Leckerei.
Über die Autorin
Stefanie Dehn
Hallo, ich bin Stefanie Dehn aus der Nähe von Heilbronn. Schon immer habe ich mich für gute, regionale Lebensmittel und eine ausgewogene Ernährung interessiert.
Als ausgebildete Ernährungsberaterin liegt mir dabei besonders das Urgetreide am Herzen. Schon lange habe ich meine Küche komplett auf Urgetreide umgestellt und bin von den wertvollen Inhaltsstoffen, der guten Verträglichkeit und dem tollen Geschmack begeistert.
Mein Wissen über Urgetreide – wie es im Körper wirkt, welche Vorteile es dir bringt, wie du es anwendest und was du alles daraus machen kannst – all das möchte ich gerne mit euch teilen.














